Lesung

Im Wortgottesdienst werden Texte aus der Bibel vorgelesen. Die Gläubigen werden dadurch an Gottes große Taten mit seinem Volk erinnert, aber auch belehrt, wie sie als Gottes Volk zu leben haben. Den Lesungen hören sie im Sitzen zu. Das aufrechte, gespannte Sitzen -ist ein Zeichen der aufmerksamen Aufnahme von Texten und Ritualen in der Kirche. Im Sitzen sind Menschen mit Aufmerksamkeit bei sich und bei dem, was um sie herum geschieht. Wer es sich in der Bank nicht einfach nur gemütlich macht, drückt Achtung vor dem Gehörten und Gesehenen aus.

 

Evangelium

Den Text aus dem Evangelium, der im Wortgottesdienst verlesen wird, hören die Gläubigen im Stehen. Das Evangelium ist die "Frohe Botschaft" von Jesu Leben, Tod und Auferstehung. Das Stehen ist ein Zeichen gespannter öffentlicher Aufmerksamkeit und des Respektes vor dem Wort Gottes. Diese öffentliche Aufmerksamkeit und diesen allgemeinen Respekt bekunden die Gläubigen auch dem Priester, der zu Beginn des Gottesdienstes in die Kirche einzieht. Sie bekunden dies auch bei den öffentlichen Gebeten im Gottesdienst wie zum Beispiel beim Glaubensbekenntnis, beim Sanctus vor der Wandlung oder dem "Vater unser". Meist ruft der Priester zu diesem öffentlichen Gebet mit der Formel: "Lasset uns beten" auf, die gleichzeitig auch die Aufforderung darstellt, sich zu erheben.

 

Beichte

Die Beichte ist das Sakrament der Wende und Umkehr. Im Beichtstuhl oder Beichtzimmer bekennen Gläubige ihre Schuld. Der Priester spricht sie im Namen Gottes von Verfehlungen und von Sünden los. Menschen wird im Leben vielfach deutlich, dass sie auf dem falschen Weg sind, dass sie falsch gehandelt haben, dass sie ihr leben ändern müssen. Diese Gewissenserforschung ist Bestandteil der Beichte. Im persönlichen Gespräch mit dem Priester, das kniend im Beichtstuhl oder in einem eigenen Beichtzimmer stattfindet bekennen Menschen ihre Schuld, bereuen Sünden und Fehler. In der Lossprechung (Absolution) durch den Priester verzeiht Gott den Menschen und ermöglicht ihnen einen neuen Anfang.

 

Kommunion

Die heilige Kommunion, den Leib Christi in der Gestalt des Brotes, empfangen die Gläubigen im Gottesdienst stehend vor dem Altar. Der Empfang der Kommunion, was Gemeinschaft mit Jesus Christus bedeutet, geschieht in jeder heiligen Messe im Brot. Eucharistie und Kommunion erinnern an das letzte Abendmahl Jesu. Der Kommunionempfang ist Ausdruck der innigsten Gemeinschaft mit Christus und mit allen Gläubigen. In der Regel wird die Kommunion vor den Stufen des Altars, an dem die Eucharistie gefeiert wurde, empfangen. Die kleinen Brotscheiben (Hostien), werden vom Priester und Kommunionhelferinnen und Kommunionhelfern an die Gläubigen verteilt. Wer die Kommunion empfangen will, legt die offenen Hände übereinander und antwortet auf die Worte "Der Leib Christi" mit dem Wort "Amen" als Bestätigung dieser Glaubensausage. Danach wird die Hostie von den Gläubigen mit Andacht und Ehrfurcht verzehrt

 

Gebet

Beten heißt, sich in Freud und Leid an Gott wenden und ihm die persönlichen Bitten vortragen. Seit alters her knien Menschen vor ihrem höchsten Herrn. Das Knien ist dabei ein Zeichen der Demut und der Ehrfurcht vor Gott. Bei der Feier der Heiligen Messe knien Christen bei der Wandlung nieder. Bei dieser heiligen Handlung wird das Brot auf dem Altar in den Leib und der Wein in das Blut Christi verwandelt. Damit ist Christus selbst in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig. Ihn beten die Menschen im Gottesdienst als Gottes Sohn an. Deshalb knien sich die Gläubigen auf die Kniebank in den Bänken oder an den Stühlen. Die Geste des Gebetes und der Bitte sind die gefalteten Hände. Die Hände werden aufeinander gelegt, die Finger ineinander verschränkt. Um sich ganz auf das Gespräch mit Gott zu konzentrieren, können die Ellbogen auch auf der Bank abgestützt und die Hände vor die Augen gelegt werden, wie dies viele Menschen nach dem Empfang der heiligen Kommunion tun.

 

Opferkerze

Die Kirche ist auch Ort des stillen, privaten Gebets. Hier soll der Mensch in völliger Ruhe seine Gebete vor Gott tragen, ihn Bitten, ihn Loben und ihm Dank sagen. Die Opferkerze ist dafür ein Zeichen. Die Opferkerzen, die Gläubige hier entzünden, sind Zeichen für all das, was jeder Betende Gott schuldet, ihm geben möchte und doch nicht geben kann. Jede Opferkerze ist ein Symbol des Glanzes und der Herrlichkeit Gottes, dem sich Menschen im Gebet anvertrauen. Die brennende Kerze ist so ein Zeichen der Verehrung Gottes. Gleichzeitig steht sie für den Dank und die Bitte, die Menschen vor Gott getragen haben - in der Kerze bleibt das Gebet auch für andere Beter gegenwärtig. Indem Gläubige eine Kerze entzünden, stellen sie sich in die Gemeinschaft aller Betenden und empfehlen ihr Anliegen dem gemeinsamen Gebet. Dies wird auch deutlich im Fürbittbuch, das in manchen Kirchen ausliegt.

 

Ewiges Licht

In katholischen Kirchen brennt Tag und Nacht das Ewige Licht. Es erinnert an die Gegenwart Gottes in Wein und Brot. Mit der Kniebeuge als Zeichen der Verehrung und der Anbetung, würdigen Gläubige den heiligen Ort, an dem die gewandelten Hostien aufbewahrt werden. In den Gestalten von Brot und Wein ist Jesus Christus in der Kirche gegenwärtig. In der heiligen Messe (Eucharistie), dem zentralen Sakrament der katholischen Kirche, werden Brot und Wein am Altar in den Leib und das Blut Christi gewandelt. Dieses Zeichen der Gegenwart Gottes reicht über die Feier der Eucharistie hinaus. Deshalb wird das gewandelte Brot, die Hostien, im Tabernakel, einem kleinen Schrank oder Tresor im Altarraum oder einer Sakramentskapelle aufbewahrt. Das so genannte Ewige Licht macht auf diesen Ort aufmerksam. Tabernakel und Altar sind wegen ihres engen Bezugs zum Sakrament der Eucharistie besondere Orte im Kirchenraum, deren Würde durch eine besondere Distanz (Absperrung) betont wird. Die Kniebeuge wird in Richtung des Tabernakels gemacht. Im Stehen, mit gefalteten Händen, sammelt man sich kurz, beugt das rechte Knie auf den Boden, beugt den Kopf, verharrt einen Moment und richtet sich langsam wieder auf.

 

Weihwasser

Eine Kirche ist das Haus Gottes. Das Weihwasserbecken am Eingang erinnert an die Taufe. Mit dem Zeige- und Mittelfinger nimmt man nach katholischem Brauch Weihwasser für das Kreuzzeichen. Das Kreuz ist das Erkennungszeichen der Christen. Indem sich Christen mit dem Kreuz bezeichnen, segnen sie sich mit diesem Heilszeichen und stellen sich in die Nachfolge Jesu. des Heilandes. Beim Kreuzzeichen berühren die Finger nacheinander die Stirn, die Brust die linke und die rechte Schulter. Dabei wird gebetet: Jm Namen des Vaters - und des Sohnes - und des Heiligen Geistes - Amen."

Allgemeiner Ablauf der heiligen Messe (Eucharistiefeier)

Die heilige Messe hat zwei Hauptteile: den Wortgottesdienst und die Eucharistie. Der Wortgottesdienst umfasst Schriftlesungen mit Auslegung, Antwortgesängen und Gebet.Der eucharistische Teil besteht aus der Gabenbereitung, aus dem Hochgebet und der Kommunion.

Die Feier wird eingerahmt von einem eigenen Eröffnungsteil und von der Entlassung.

ERÖFFNUNG

Einzug des Priesters mit Messdienern (stehend)

1. Gesang (stehend)

2. Begrüßung der Gemeinde (stehend)

3. Das allgemeine Schuldbekenntnis (stehend)

4. Kyrie (stehend)

5. Gloria (stehend) (Das Gloria entfällt in der Fasten- und Adventszeit und in den Werktagsmessen)

6. Tagesgebet (stehend)

WORTGOTTESDIENST

1. Erste Lesung (meist Alten Testament) (sitzend)

2. Antwortpsalm (erster Zwischengesang) (sitzend)

3. Zweite Lesung (Neues Testament) (sitzend) (manchmal entfällt die erste Lesung)

4. Hallelujaruf (zweiter Zwischengesang) (stehend)

5. Evangelium (stehend)

6. Homilie / „Predigt“ (sitzend) (werktags entfällt die Predigt)

7. Credo (stehend)

8. Fürbitten (stehend)

EUCHARISTIE

 

GABENBEREITUNG

1. Gesang (sitzend)

2. Herbeibringen der Gaben, Opfergang (sitzend)

3. Zurüstung des Altares (sitzend)

4. Händewaschung (sitzend)

5. Gabengebet (sitzend)

 

HOCHGEBET „Der Herr sei mit euch …“ (stehend)

Der Priester spricht das große Dankgebet über Brot und Wein; die Gaben werden Leib und Blut Christi (Wandlung). Die Gemeinde beteiligt sich durch kurze Gebete:

6. Sanctus… (stehend danach knien)

7. Deinen Tod… . .. Amen. (kniend)

KOMMUNION

1. Vaterunser (stehend)

2. Friedensgebet (stehend)

3. Brechung des Brotes — Agnus Dei (stehend danach knien)

4. Kommunionspendung — Kommuniongesang

5. Besinnung und Dankhymnus (sitzend)

6. Schlussgebet (stehend)

ENTLASSUNG

Vermeldungen, Segen und Entlassung (stehend)

Anmerkung: Die Eucharistiefeier ist der Höhepunkt allen gottesdienstlichen Handelns. Aber, auch andere Formen

wie Andachten, Wort-Gottesfeiern, die Feier der Tagzeiten-Liturgie wie Vesper, Laudes etc. sind „echte“ Gottesdienste – nur eben mit einem anderen Charakter.