Was heißt Firmung und was ist damit verbunden?

1) Firmung ist Vervollständigung der Taufe

Das Sakrament der Firmung entfaltet. bekräftigt und vollendet die Taufe. Bei der Taufe haben noch die Eltern und Paten stellvertretend um Gottes Beistand gebeten und den Glauben bekannt. Bei der Firmung bitten wir selber um Gottes Beistand. die Gabe seines Geistes in unserem Leben; und wir bekennen den Glauben an ihn und seine Kirche. So werden wir öffentliche Zeugen und haben intensiver teil an Gottes Sendung. (Bei Erwachsenen-Taufen werden immer beide Sakramente zusammen gespendet und empfangen.)

2) Die Kirchengemeinde nimmt mich als erwachsenes Mitglied auf und ernst

Firmung ist nicht nur Empfangen des Geistes Gottes und Bekennen. sondern auch "Mündig"- oder "Volljährig"-Werden als Mitglied einer konkreten Kirchengemeinde. Das heißt. ich bin gleichberechtigt. Aber auch gleichverpflichtet in der Glaubensgemeinschaft meinen eigenen Glauben zu bezeugen und zu leben.

3) Der Bischof als Firmspender

Durch den Bischof (oder seinen Beauftragten) wird repräsentiert. dass Firmung nicht nur für die eigene Gemeinde vor Ort eine Bedeutung hat. Ich werde nicht nur in meiner eigenen Gemeinde "erwachsen", sondern bekenne mich zur großen Gemeinschaft der Christinnen und Christen in der gesamten Weltkirche.

4) Die Zeichen der Firmung

 

 
 
 
Firmung
 
  

Der Firmspender salbt mit Chrisam. einem Öl. mit dem frOher die Könige gesalbt wurden. wie bei der Taufe. Das 01 symbolisiert Reinigung und Kräftigung (Heilsalbe), gibt aber auch Kraft und Vollmacht. Da Christus "der mit dem Heiligen Geist Gesalbte" bedeutet, symbolisiert diese Salbung, dass wir an Jesus Christus, seinem Leben. seiner Liebe und seiner Sendung teilhaben.

 Der Firmspender legt die Hand auf den Kopf. Dies ist Zeichen für die Besitzergreifung Gottes; aber zugleich bedeutet sie Segen und Bevollmächtigung, in seinem Sinne, in seinem Geiste zu leben, zu reden. zu handeln. Dazu werden die Worte gesprochen: "Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist."

5) Firmpatin oder -pate

Wir leben und glauben niemals alleine, darum steht mir auch bei der Firmung eine Patin oder ein Pate zur Seite. Sie oder er

  • soll eine Person sein. die mich auf meinem Glaubens- und Lebensweg begleiten will und kann
  • muss mindestens 16 Jahre alt sein
  • muss getauft und gefirmt sein
  • muss die Erstkommunion empfangen haben
  • darf/sollte nicht meine Mutter oder mein Vater sein
  • kann aber meine Taufpatin oder der Taufpate sein
  • muss Mitglied der katholischen Kirche sein

6) Kirchenrechtliche Bedeutung der Firmung

  • Gefirmt werden kann, wer getauft ist und darüber frei und überlegt entscheiden kann, ob sie oder er
    das Taufversprechen erneuern will.
  • Um Taufpatin/Taufpate zu werden, muss ich gefirmt sein. (Bin ich nicht gefirmt, muss es eine!n
  • zweite/n Patin/Paten geben, die/der das Sakrament der Firmung empfangen hat.)
  • Um Firmpatin/Firmpate zu werden, muss ich selbst gefirmt sein.
  • Um kirchlich heiraten zu können, soll ich, muss ich aber nicht unbedingt gefirmt sein.
  • Um Priester oder Ordensfrau oder -mann werden zu können oder einen anderen pastoralen Berufzu ergreifen, muss ich die Firmung empfangen haben.

Wortlauf des CIC, des kirchlichen Gesetzbuches:

"Das Sakrament der Firmung, beschenkt die Getauften, mit der Gabe des Heiligen Geistes und verbindet sie vollkommener mit der Kirche; es stärkt sie und verpflichtet sie noch mehr dazu, sich in Wort und Talals Zeugen Christi zu erweisen sowie den Glauben auszubreiten und zu verteidigen."